FDP im Kreis für Duale Oberschulen

27 Nov

Waldalgesheim 27.11.2007. „Die Berufschancen der Hauptschüler steigen nicht, wenn sie künftig in die Realschule Plus gehen“, eröffnete die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nicole Morsblech, FDP, ihren Vortrag anlässlich der Kreisvorstandssitzung der Liberalen in Budenheim. Bei der so genannten „Realschule Plus“ handele es sich um einen „Etikettenschwindel“, da die Hauptschule in dieser neuen Schulform aufgehe. Somit schaffe die SPD-Regierung auch die Realschule als eigenständige Schulform ab. Genau so falsch sei es, auch die erfolgreichen Hauptschulen aufzulösen, die nicht in ihrem Bestand gefährdet seien. „Man kann zwar die Hauptschule abschaffen, aber nicht die Hauptschüler und ihre besonderen Herausforderungen“, unterstrich Morsblech. „Wer Probleme hat, im Hauptschulunterricht mitzukommen, dem wird nicht geholfen, wenn man ihn in die Realschule zwangsversetzt.“ Der Vorschlag der FDP sehe vor, die erfolgreichen Schulformen „Gymnasium“ und „Realschule“ unangetastet zu lassen, sowie alle Hauptschulen, die auf Grund der Nachfrage in ihrem Bestand nicht gefährdet seien. Alle anderen Hauptschulen sowie alle Regionalen Schulen sollen in Duale Oberschulen (DOS) überführt werden. Bereits an 14 Standorten im Lande könne man an diesen Schulen in Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen und Betrieben praxisorientiert die Berufsreife oder auch den Realschulabschluss erlangen. Der Kreisvorstand forderte im Rahmen einer Reform vor allem über die Ausbildungsinhalte im Bildungsgang Hauptschule zu sprechen. Das FDP Konzept, neue Qualifizierungsklassen für Schüler mit Lernproblemen einzurichten, wurde daher ausdrücklich begrüßt. Das helfe denen, die sonst durch das Raster fallen. Der Werbeslogan der Landesregierung „keiner ohne Abschluss“, d.h. mit einem 10. Schuljahr erhält jeder einen Abschluss, gleich welcher Qualität, bringe die Schüler nicht weiter, betonte Morsblech. Qualifizierungsklassen sollen ganztägig in kleinen Lerngruppen arbeiten mit den Förderschwerpunkten Sprache und Mathematik in den Klassen 5 bis 7 und mit Praxistagen und weiterer Förderung in den Klassen 8 und 9. Der Weg der DOS in Zusammenarbeit mit Betrieben und den Bberufsbildenden Schulen eröffne den Hauptschülern den besseren Einstieg in eine Berufsausbildung, statt neuer Schulnamen, so der Kreisvorsitzende Jörg Berres. Die DOS sei bekannt auch für ihre Durchlässigkeit zwischen Hauptschule und Realschule, aber sie taste die bestehenden Realschulen nicht an. Werden die Probleme der Hauptschüler in die Realschule verlagert, würden viele Realschüler in die Gymnasien ausweichen und das bringe beiden Schulen nichts, betonte Prof. Dr. Görgen von der FDP Heidesheim. Er beklagte die zunehmenden Probleme der Studenten in den Kernfächern und die hohe Abbrecherquote an den Hochschulen. Die besten Erfahrungen habe man nach wie vor mit den Absolventen des klassischen Gymnasiums oder solchen mit Fachabitur und Berufsausbildung. Manuel Höferlin, FDP Harxheim, sieht auch im Kreis den Weg zur Einheitsschule vorprogrammiert. Aus den Regionalen Schulen in Sprendlingen und Nieder-Olm wurden jetzt Integrierte Gesamtschulen und gleiches dürfte dann in einigen Jahren für die geplanten Realschulen Plus erwartet werden. Der FDP Kreisvorstand plädierte abschließend nicht für eine übereilte Fortführung des Schulentwicklungsplanes im Kreis. Zunächst gelte es das neue Schulgesetz abzuwarten, die Eltern umfassend zu informieren und in die weitere Entscheidungsfindung einzubeziehen. Im Kreis Mainz-Bingen gibt es mit dem neuen Schulgesetz einen möglichen Handlungsbedarf an den acht Hauptschulstandorten in Oppenheim, Dolgesheim, Budenheim, Heidesheim, Ingelheim, Bingen, Bingen-Büdesheim und Oberdiebach sowie durch den bisherigen Schulentwicklungsplan an den Regionalschulen Gau-Algesheim und Nackenheim.

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