Schulstandort Grund- und Hauptschule Petersackerhof

8 Okt

Antrag im VG Rat, 8. Oktober 2008

Ergebnis/Bewertung: Der nachfolgende Antrag wurde vom Rat mit Mehrheit verabschiedet. Einige Ratsmitglieder verwiesen zwar darauf, man habe sich schon im Ausschuss auf eine Informationsveranstaltung verständigt. Dem wurde aber von Rudolf Renner widersprochen. Herr Berres habe genau diesen Vorschlag auch im Ausschuss unterbreitet, wobei dieser aber nicht beschlossen worden sei.  Der FDP Fraktion drängt sich der Verdacht auf, dass man einer solchen Veranstaltung seitens des Kreises oder sicherlich auch des Landes vor den Kommunalwahlen kaum interessiert ist. Man müsse letztlich zugeben, die Voraussetzungen zur Schließung einer guten und bewährten Hauptschule selbst geschaffen zu haben. Die geplante kostenfreie Beförderung der Sekundarschüler zu einer Realschule plus wird dabei die Abwanderung von Hauptschülern befördern.      

Antrag

Der Verbandsgemeinderat möge beschließen:

Der Schulstandort Petersackerhof mit der verbunden Grund- und Hauptschule darf durch die anstehende Schulreform des Landes nicht geschwächt werden. Die Schule hat insbesondere für die Mittelrheingemeinden der Verbandsgemeinde eine wichtige Infrastrukturfunktion, die vor allem für den Verbleib und die Gewinnung von Familien von zentraler Bedeutung ist. Der Verbandsgemeinderat bittet den Bürgermeister am Standort Petersackerhof zu einer Informationsveranstaltung einzuladen, bei der die Eltern und interessierten Bürgerinnen und Bürger insbesondere von hochrangigen Vertretern des Landes und des Kreises über die Schulentwicklung in unserem Raum unterrichtet werden. Hierbei gilt es zudem, die Möglichkeiten und Chancen zum Erhalt des Hauptschulstandortes Petersackerhof aufzuzeigen.  

Begründung:

Die Umsetzung des Schulkonzeptes der Landesregierung lässt für den Hauptschulbereich der Ganztagsschule Petersackerhof mit derzeit rd. 115 Schülerinnen und Schülern wenig eingeständige Entwicklungschancen.  Dies ergibt sich aus der Aufhebung der Schulbezirke sowie den Anforderungen an eine Realschule Plus (mindestens Dreizügigkeit) oder eine IGS. Der Wegfall der Schulbezirke dürfte zeitnah dazu führen, dass die Hauptschüler aus dem Süden der Verbandsgemeinde (Trechtingshausen, Weiler und Waldalgesheim), die über die Hälfte der o. g. Hauptschüler ausmachen, nach Bingen oder Stromberg wechseln. Gleiches gilt für den Norden der Verbandsgemeinde. Dort dürfte das geplante Angebot in Oberwesel mit einer Realschule plus oder einer IGS verstärkt genutzt werden. Ohne eine Alternativkonzept bewirkt das vorgesehene Schulgesetz auch die beschleunigte Ausdünnung und Schließung von Hauptschulstandorten.  Vor diesem Hintergrund gilt es jetzt zeitnah, die Bürgerinnen und Bürger über mögliche Folgen zu informieren und die Verantwortlichen dieser Schulreform, das Land und den Kreis, nicht aus der Pflicht für den Erhalt eines attraktiven Schulangebotes in diesem Bereich des Mittelrheines zu entlassen. Der Ganztags- und Hauptschulstandort Petersackerhof mit seiner Infrastruktur und seinen motivierten Lehrkräften muss in die Schulplanungen in Bingen und Oberwesel einbezogen werden. Isolierte Standortentscheidungen sind zu vermeiden. So bietet Petersackerhof beispielsweise ausreichend Kapazitäten, die Orientierungsstufe mit den Klassen 5 und 6 einer Realschule plus aufzunehmen. Dies würde zudem die Grundschule stärken. Alternativ sollte die Möglichkeit eines G8 Gymnasiums für den Norden des Landkreises an diesem Standort ernsthaft geprüft werden.

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